Zwischen Oralität und Schriftkultur – Leseförderung mal ganz anders

Während in Deutschland sehr intensiv über die Integration von Flüchtlingen diskutiert wird, hat die Hochschule der Medien in Stuttgart von März 2015 bis September 2016 das Forschungsprojekt „Oralität und Literalität: Optionen der Leseförderung in mündlich geprägten Kulturen“ durchgeführt. Im Zentrum des Projektes stand die Frage, wie am Beispiel von Schulen an der Elfenbeinküste ein eigener Weg zur Vermittlung von Wissen unterstützt werden kann, der sich an der afrikanischen und nicht an der westlichen Kultur orientiert.

Das Projekt wurde im Rahmen des Studienganges „Master of Media Research“ der HdM in Zusammenarbeit mit der Universität Houphouet Boigny Abidjan/Elfenbeinküste in zwei Schulen in Prikro realisiert. Prof. Dr. Richard Stang an der HdM und Prof. Dr. Firmin Ahoua in Abidjan betreuten dieses wissenschaftlich. Gefördert wurde die Projekt durch den Verein der „Freunde und Förderer der HdM“, ohne dessen finanzielle Unterstützung die Arbeit vor Ort nicht möglich gewesen wäre.

Hierbei ging es um die Frage, wie eine Brücke zwischen den Informationssystemen Oralität und Schriftkultur gebildet werden kann. Diese funktionieren beide nach unterschiedlichen Regeln aber existieren parallel nebeneinander. Das Projektteam untersuchte die Entstehung dieser Systeme und die Rolle, die die Leseförderung in diesem Kontext spielt. Eine Hypothese war, dass Leseförderung in Afrika zu besseren Ergebnissen führen kann.  Wenn beide Informationssysteme, die Schriftlichkeit und die Mündlichkeit, gleichberechtigt betrachtet werden und die Förderung des Lesens und Schreibens an die Mündlichkeit geknüpft wird.

Darüber hinaus haben die Ergebnisse auch eine große Relevanz für die Situation der Bildungsangebote für Flüchtlinge in Deutschland, da sie einen Einblick in die Kontexte afrikanischer Kulturen liefern.

Die Ergebnisse dieses Projektes werden am

06. Februar 2017 um 18.30 Uhr im Raum i002 in der Hochschule der Medien Stuttgart (Gebäude: Nobelstraße 8)

von der Projektleiterin Stefanie Kastner und dem Wissenschaftler Hippolyte Yao Bondouho von der Elfenbeinküste vorgestellt. Das Projektteam und der Erzähler Dieu-Donné N’zi werden die Präsentation ebenfalls mit Geschichten und afrikanischer Musik untermalen.